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Helmut "Helle" Hermann

In dieser Woche im Gespräch mit dem ehemaligen KFV-Jugendspieler Helmut "Helle" Hermann der später zum KSC wechselte und 129 Bundesligaspiele absolvierte.

Helmut Hermann im Profil:

Allgemeines: geb. am 16. Dezember 1966 in Karlsruhe

Spielzeiten beim KFV: E- Jugend bis B - Jugend

Erfolge beim KFV: Viele Turniersiege und Staffelmeisterschaften in den jeweiligen Jugenden

Position: Linksaußen

Erfolge allgemein: Aufstieg mit dem KSC in die Bundesliga, Halbfinale deutsche A-Jugendmeisterchaft mit dem KSC, Europameister U16-Nationalmannschaft unter Berti Vogts, im erweiterten DFB-Kader vor der WM 1990

Vereine als Spieler: KFV (bis 1982) , ab A-Jugend beim KSC (1982-1992)

129 Bundesligaspiele, 25 Tore/13 Zweitligaspiele, 4 Tore

Vereine als Trainer: Ettlinger SV, FC Berg, TSV Reichenbach, FC Berghausen

 

Helmut Hermann im Gespräch:

Wie sind Sie zum KFV gekommen und in welcher Begegnung trugen Sie zum ersten Mal das KFV-Trikot?

Ich wurde von Herrn Lechner im Schwarzwaldurlaub beim Kicken beobachtet und war scheinbar für den KFV geeignet. Er fragte mich, ob ich dem KFV nicht beitreten möchte und so verabschiedete ich mich von der Leichtathletik. Ich glaube, damals war ich sechs oder sieben Jahre alt. Wer der Gegner im ersten Spiel war, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass es nicht erfolgreich war.

Welche Erlebnisse mit dem KFV haben sich besonders in Ihren Erinnerungen verankert?

Da waren vor allem die vielen internationalen Turniere, in denen wir gegen Racing Straßburg, FC Basel etc. angetreten sind. Die Spieler waren meist immer etwas älter als wir, dennoch haben wir oftmals ein Turnier gewonnen. Auch an die Atmosphäre bei Heimspielen der ersten Mannschaft kann ich mich gut erinnern. Alles in allem habe ich mich immer sehr wohl gefühlt.

Welche Persönlichkeit beim KFV hat Sie am meisten geprägt/inspiriert?

Der leider vor ein paar Jahen verstorbene Werner Tietze war schon eine Persönlichkeit in diesem Verein. Er war Trainer, Jugendleiter, Platzwart und Seelentröster in einer Person. Ohne ihn hätte die Jugedabteilung des Vereins lange nicht so funktioniert.

Fuchs, Hirsch, Förderer, Townley, Lawrence… die Liste ist lang. Welche Persönlichkeit aus der Geschichte des KFV bewundern Sie am meisten und warum?

Die in dieser Frage genannten Personen sind mir nicht unbedingt so bekannt, da sie einer anderen Generation angehören. Aus vielen Erzählungen weiß ich dennoch, daß sie Geschichte für den KFV geschrieben haben. Sie haben die Grundlage für einen erfolgreichen KFV gelegt.

Was machten Sie nach Ihrer Zeit beim KFV?

In der A-Jugend wechselte ich zum KSC und schaffte es, fünf Jahre lang in der Bundesliga zu spielen. Das war ein tolles Erlebnis. Leider kam mit 24 Jahren durch eine schwere Verletzung die Berufsunfähigkeit und ich machte eine Umschulung (Volontariat). Derzeit bin ich selbstständig und engagiere mich in meiner Tätigkeit als Leiter mehrerer Fußballschulen für den Nachwuchs.

Was hat Sie beim KFV am meisten beeindruckt?

In Erinnerung geblieben ist die gute Nachwuchsförderung von der ich profitiert habe. Ich bin immer gerne zum Training gegangen. Lange Jahre war in der Nachwuchsförderung eine Konstanz zu verzeichnen, die es eigentlich nur bei einem Profiklub gab. Heute wollen viele Jugendspieler zum KSC, damals war der KFV die erste Adresse. Lange Zeit hatten die Jugendmanschaften des KSC keine Chance gegen uns. Das war so Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Warum ist der KFV nicht irgendein Fußballverein?

Der KFV hatte Tradition. Der Verein war strukturiert, erfolgreich und mit Personen besetzt, die den Verein lebten. Die Erfolge des KFV sprachen sich in ganz Deutschland herum. Man hatte Respekt vor diesem Verein.

Nach der Insolvenz im Jahre 2004 musste der KFV ohne Sportplatz und ohne breite Basis, 2007 in der C-Klasse Karlsruhe, der untersten Liga, von neu beginnen. Wie wird sich der KFV sportlich, personell und organisatorisch in der Zukunft entwickeln?

Das habe ich etwas aus den Augen verloren. Wichtig ist, das der Verein eine Heimat findet. Das Stadion an der Hertzstraße und der KFV, das hatte etwas. Das gehörte zusammen. Der Name KFV lebt zwar wieder, doch es wird wohl leider niemals mehr so sein, wie es mal war.

Wie stehen Sie heute zum KFV?

Mehr als die Spielergebnisse in der örtlichen Presse am Wochenanfang verfolge ich nicht und da tun mir ab und an schon die Augen weh.

Was würden Sie heute den KVlern mit auf den Weg geben?

Es wäre für mich sensationell, wenn der KFV wieder ein eigenes Sportglände finden würde, das er als Heimat ansieht. An alte Erfolge anzuknüpfen scheint nur schwer möglich. Allerdings kann ich es mir vorstellen, mit geeigneten Leuten verstärkt die Nachwuchsförderung  anzugehen und dann in ein paar Jahren aus diesem Potential zu schöpfen.

Schlusswort

Ich wünsche den Verantwortlichen ein glückliches Händchen in ihren Bemühungen, den KFV wieder aufleben zu lassen.

 

Link zur Fußballschule:

http://www.helle-hermann.de/

 

 

Das Interview führte Steffen Herberger