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Der Julius-Hirsch-Preis

Der Julius-Hirsch-Preis ist eine vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestiftete Auszeichnung. Der DFB ehrt damit Personen und Organisationen, die in besonderer Weise ihre gesellschaftliche Position nutzen, um sich für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einzusetzen. Der Preis erinnert an das Schicksal des siebenfachen deutschen Nationalspielers Julius Hirsch, der 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus seinem Verein, dem Karlsruher FV, ausgeschlossen und 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Hierzu die Erklärung des deutschen Fußballbundes:

Mit der Stiftung des Julius Hirsch Preises verbindet der DFB die ehrende Erinnerung an seinen jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch.

Die Idee zu diesem Preis reicht zurück in das Frühjahr 2005, als Nils Havemann uns die Ergebnisse des historischen Gutachtens „Fußball unterm Hakenkreuz“ zur Geschichte des DFB im Nationalsozialismus vorgelegt hatte. Nach intensiven Gesprächen mit der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und nicht zuletzt der Familie Hirsch wurde uns klar, dass wir nun die Lehre aus der Geschichte des DFB ziehen und in konkretes Handeln umsetzen mussten. Ende 2005 wurde die Idee Wirklichkeit und der Julius Hirsch Preis in Leipzig erstmals verliehen.

Mit der Erinnerung an Julius Hirsch wendet sich der DFB seiner Vergangenheit bis in die Zeit des Nationalsozialismus zu. Julius Hirsch steht stellvertretend für viele bedeutende jüdische Spieler, Trainer und Funktionäre, die den deutschen Fußball bis 1933 maßgeblich geprägt haben. Unter dem Druck des menschenverachtenden Naziregimes haben sich der DFB und seine Vereine von diesen Helden und Pionieren abgewandt und sie damit ihrem Schicksal ausgeliefert. Per DFB–Dekret aus dem April 1933 mussten die jüdischen und kommunistischen Mitglieder ihre Heimatvereine verlassen. Viele von ihnen wurden ermordet. Nie wieder darf so etwas geschehen.

Mit der Stiftung des Julius Hirsch Preises erinnert der DFB nicht nur an die Opfer. Er will ein öffentliches Zeichen für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen setzen, in den Stadien und in der Gesellschaft. Die Vision des jüdischen Fußball-Pioniers Walther Bensemann, Gründungsmitglied des DFB und vieler bis heute populärer Vereine, lebt: Fußball kann Menschen und Völker in ihrer bunten Vielfalt verbinden und dadurch Frieden stiften.

Mit der Stiftung des Julius Hirsch Preises fordert der DFB seine Mitgliedsverbände und Vereine, seine mehr als sechs Millionen Spieler, Trainer, Funktionäre und besonders die Jugend in seinen Reihen auf, sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen auf dem Fußballplatz, im Stadion und in der Gesellschaft zu stellen. Wir wollen mit diesem Preis das Engagement unserer Vereinsmitglieder, Fans, Freunde und Anhänger, verstanden als Arbeit für den Frieden in der Gesellschaft, unterstützen und fördern.

Bisherige Preisträger

2005: FC Bayern München für die Veranstaltung des Match of Peace zwischen seinem U 17-Team und einer israelisch-palästinensischen Jugendauswahl des Peres Center for Peace. Diese zeichnete den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus.

2006: Fanprojekte vom FC Schalke 04 „Dem Ball is´ egal wer ihn tritt“ und von Borussia Dortmund „Kick racism out“. Für den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde und gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

2007: Eichenkreuz Nürnberg, die Sportarbeit der Evangelischen Jugend, für den "1. Friedenslauf 2007" und den "Streetsoccer Cup" sowie TuS Plettenberg für den "Julius-Hirsch-Cup 2007". Ein Sonderpreis ging an das Fanprojekt Dresden.

2008: Die Dürener Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“, das Leipziger Projekt „Bunte Kurve“ und die Bremer Antidiskriminierungskampagne setzten sich gegen Diskriminierung ein.

2009: Die Initiative „Löwenfans gegen Rechts“ aus München, der Verein „Hintertorperspektive e.V.“ aus Jena und das Fanprojekt Hannover als Mitglied und Berater des Arbeitskreis "96-Fans gegen Rassismus".

Ehrenpreisträger: Giovanni di Lorenzo

2010: Der SV Blau-Weiß Sedlitz, der seit seiner Neugründung vor zwanzig Jahren einen intensiven Dialog mit dem örtlichen Asylbewerberheim führt und sich bei mehreren Initiativen gegen Rechtsextremismus engagiert; Roter Stern 99 Leipzig, der sich gegen jede Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sexueller Präferenz einsetzt; sowie der SV 06 Lehrte für sein umfangreiches Wirken, das ein Werben für Organspende, Integrationsarbeit in den Jugendabteilungen sowie schulische Nachhilfe und ein Bewerbungstraining umfasst.

2011:

Die Jugendinitiative „Spiegelbild“ des "Aktiven Museums Spiegelgasse“, Wiesbaden

Holte 2010 die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball“ nach Wiesbaden. Startete das Projekt „Spurensuche am Ball“,

Das Gräfenberger Sportbündnis,

ein Zusammenschluss von acht Fußballvereinen, hat mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen, dass heutzutage keine Neonazis mehr in der fränkischen Kleinstadt aufmarschieren. Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein „Wallfahrtsort“ rechtsextremistischer Gruppierungen gewesen.

DoppelPass – SV-Waldhof-Fans gegen Gewalt und Rassismus

Rechtsradikale Fangruppen hatten das Image des Traditionsklubs SV Waldhof Mannheim in den 90er-Jahren durch ihr fremdenfeindliches Verhalten stark beschädigt. Seit mehr als zehn Jahren erhebt der „DoppelPass“ seine Stimme

2012:

Fanprojekt des 1. FC Kaiserslautern

Das Lauterer Fanprojekt hatte entschlossen auf antisemitische Anfeindungen gegen Itay Shechter Ende Februar reagiert. Der israelische Profi war während des Trainings von ein oder zwei Personen mit rechtsradikalen Parolen beschimpft und beleidigt worden. Das Fanprojekt hatte unter anderem daraufhin beim Heimspiel im Fritz-Walter-Stadion eine Fahne mit dem Vereinsemblem ausgerollt, unter dem sich die Flaggen der Herkunftsländer aller Spieler befanden. Zudem wurden die Rot-Weiß-Bunten-Aktionswochen ausgerufen. Der zweite Platz ging in diesem Jahr an eine Initiative des Berliner Polizeiabschnitts 22 in Kooperation mit Hertha BSC. Als Dritter wurde das Frankfurter Fanprojekt mit den Eintracht-Fanclubs "Schwarze Geier", "Droogs 99 Frankfurt" geehrt.

Bild- und Textquelle dieses Abschnitts: DFB, dfb.de

Weitere Informationen zu den Preisträgern in den Online-Artikeln von Herrn Gernot Borriss, Leipzig.

http://www.l-iz.de/Politik/Engagement/2012/05/Ein-DFB-Preis-gegen-Diskriminierung-Roter-Stern-Leipzig-41914.html

http://www.l-iz.de/Politik/Engagement/2012/05/DFB-Preis-Zwei-Julius-Hirsch-Preistr%C3%A4ger-aus.html

http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2012/04/Fussballbuch-Thomas-Urban-Schwarze-Adler-Weisse-Adler-41296.html

http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2012/03/Leipziger-Enzyklopaedie-zur-juedischen-Geschichte-40968.html