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Karl-Heinz Kwolek

 

Weggefährten, Spieler, Trainer, Fans, Funktionäre blicken auf die einzigartige Geschichte des Karlsruher Kultklubs zurück.

Nr. 6 der Interviewreihe

In dieser Woche im Gespräch mit dem ehemaligen KFV-Rekordstürmer Karl-Heinz Kwolek der im September 1979 für seinen späteren Verein, dem 1. FC Pforzheim, das "Tor des Monats September 1979" erzielte. In der Abstimmung zum Tor des Jahres lag Kwoleks Tor auf Platz zwei hinter Harald Nickels (Borussia Mönchengladbach) Tor im Europapokal. Heute setzt sich Kwolek für die Mitgliedergewinnung beim KFV ein.

  

Bild oben: Kwolek im Spiel gegen Sandhausen. Stehend in der Mitte: KSC-Kurzzeittrainer Reinhold Fanz

 

Karl-Heinz Kwolek im Profil:

Spielzeiten beim KFV: 1971 - 1976

Erfolge beim KFV:

1972/73 nordbadischer Vizemeister, 1973/74 nordbadischer Meister

Position: Mittelstürmer

weitere Erfolge der gesamten Karrierie:

1973/74 Torschützenkönig 1. Amateurliga (damals 3.-höchste Spielklasse nach 1. und 2. Bundesliga), beim KFV, mit 38 Toren in den Punktespielen

mehrere Spiele in der Nordbadischen Auswahl unter dem späteren Bayern Trainer Pal Csernay, wo wir 1975 auch Amateurländerpokalsieger wurden

1979/Sept. Torschütze des Monats, Zweiter beim Tor des Jahres (1.   Harald Nickel, Bor. Mönchengladbach, 3. K-H Rummenigge), beim 1. FC Pforzheim

Vereine als Spieler:    

- 1971  ATSV Mutschelbach

1971 - 1976 Karlsruher FV

1976/77  ATSV Mutschelbach

1977/78 VfR Pforzheim

1978 bis 1981 1. FC Pforzheim                 

1981 bis 1983  ATSV Mutschelbach (Spielertrainer, März 1983 schwere Knieverletzung, Karriereende)

Trainerdaten:  

1984 bis 1989  FC 08 Birkenfeld,

1989 bis 1991  GU Pforzheim und

1992 bis 1996  1. FC Pforzheim

ehrenamtliche Ämter: seit 1999 Hauptkassierer TC Mutschelbach; seit 2011 engagiert sich Karl-Heinz Kwolek für die Mitgliedergewinnung beim KFV.

 

Link zum Tor des Monats: September 1979, Karlheinz Kwolek (1. FC Pforzheim) am 29.09.1979 im Spiel DFB-Pokal "1860 München - 1. FC Pforzheim" in der 24. Min. zum 1:1 (Endstand 6:1)

http://www.sportschau.de/sp/tor_des_monats/html/popup.php5?show=details&id=105&cb=chronik

Bild oben: Medaille der ARD zum Tor des Monats im September 1979

 

 

Karl-Heinz Kwolek im Gespräch:

Wie sind Sie zum KFV gekommen und in welcher Begegnung trugen Sie zum ersten Mal das KFV-Trikot?

Der damalige Trainer Bernie Termath holte mich 1971 vom ATSV Mutschelbach zum KFV, das war ein Wechsel von der untersten Amateurklasse (B-Klasse) in die höchste Amateurklasse (1. Amateurliga).

Erstes KFV-Spiel: März 1971 gegen den damaligen Bundesligisten Rot Weiss Essen (Jubiläumsspiel)

Welche Erlebnisse mit dem KFV haben sich besonders in Ihren Erinnerungen verankert?

- Das Bensemann Turnier 1971 in Basel,  A-Jugend (KFV wurde Vierter), Gegner  waren  u.a. Rapid Wien; FC Basel und Juventus Turin.

- 1971 USA Reise mit der damaligen A-Jugend, (habe noch bis heute Kontakt  mit den damaligen Gastfamilien); von dieser A-Jugend-Mannschaft spielten bis 1976 meistens 5 oder 6 Spieler in der ersten Mannschaft

- Spiele um die deutsche Amateurmeisterschaft 1973 und 1974

- Entscheidungsrunde 1974, als 5 Mannschaften punktgleich waren und wir ungeschlagen Meister wurden

- Spiele gegen Waldhof Mannheim, VfR Mannheim, SV Sandhausen, Pforzheim oder KSC-Amateure waren immer Highlights

- Spiele vor Saisonbeginn gegen die Bundesligamannschaft des KSC

- Probetraining im September 1974 auf dem Betzenberg, -hatte nach 4 Punktespielen wieder 12 Tore geschossen- (u.a. war damals auch Klaus Toppmüller dabei); ich hatte danach eine Zusage des FCK für die Saison 75/76, wurde aber im 5.Punktespiel gegen den FC Pforzheim verletzt und konnte ca.5 Monate nicht spielen; habe dann mein Betriebswirtschaftsstudium in Pforzheim vorgezogen und bin „neu durchgestartet“

….. nach dem Tor des Monats bot mir der damalig einzig offizielle Spiervermittler in der Bundesliga Guilya Pasztor einen 5 Jahresvertrag bei einem „Europäischen Spitzenclub“ an; habe aber meinen Arbeitsplatz bei der damaligen Badenwerk AG vorgezogen, da ich nach der Unterschrift nicht mehr im Amateurbereich spielen durfte und nicht wusste, wohin er mich vermiteln würde …

Welche Persönlichkeit beim KFV hat Sie am meisten geprägt und/oder inspiriert?

Bernie Termath als Trainer, Werner Tietze und Ludolf Hyll

Fuchs, Hirsch, Förderer, Townley, Lawrence… die Liste ist lang. Welche Persönlichkeit aus der Geschichte des KFV bewundern Sie am meisten und warum?

Ich würde hier keinen der genannten „herausheben“, es waren alles Pioniere des Fußballs, denen wir vieles zu verdanken haben….

Was machten Sie nach Ihrer Zeit beim KFV?

bis 1983 aktiv als Spieler und Spielertrainer, danach bis 1996 als Trainer in verschiedenen Vereinen

Was hat Sie beim KFV am meisten beeindruckt?

Der Zusammenhalt/Kameradschaft, Integration der aus der eigenen Jugend des KFV gekommenen Spieler in die erste Mannschaft; wir waren damals fast der einzige Verein in der obersten Amateurklasse, der nur 2 mal in der Woche trainierte; wir haben aber  sehr viele Aktivitäten außerhalb des Fußballs gemeinsam unternommen, was uns damals auch „zusammenschweißte“ ; der KFV war damals einer der führenden Amateurvereine.

Der KFV war immer der "Stehkragenverein" gewesen. Abitur war vorausgesetzt; ohne mittlere Reife durfte erst niemand für den KFV spielen.

Warum ist der KFV nicht irgendein Fußballverein?

- wenn man -so wie ich- mehr als 5 Jahre mit Erfolg bei einem führenden Amateurverein gespielt hat, den Grundstein für seine beruflichen, familiären und sportliche Zukunft  dort „gelegt“ hat, ist es schon etwas Besonderes,  da man in all diesen „Bereichen“ bis heute immer wieder daran erinnert wird. Selbst nach über 40 Jahren seit unserer aktiven Zeit werden untereinander noch Freundschaften gepflegt.

Nach der Insolvenz im Jahre 2004 musste der KFV ohne Sportplatz und ohne breite Basis, 2007 in der C-Klasse Karlsruhe, der untersten Liga, von neu beginnen. Wie wird sich der KFV sportlich, personell und organisatorisch in der Zukunft entwickeln?

Das wichtigste ist, dass der KFV eine eigene Spielstätte bekommt, wo er zu Hause ist; erst danach kann meines Erachtens an  einen „Neuaufbau“ einer spielstarken Mannschaft gedacht werden.

„Er trägt die schönen Farben schwarz und rot, für die stehen wir selbst in größter Not“ heißt es in der ersten Strophe des KFV-Lieds. Warum sind Sie dem KFV treu geblieben? Was würden Sie heute den KFV-Spielern und Verantwortlichen mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist die Heimat - also da wo man sich heimisch fühlt und etwas aufbauen kann. Die Heimat des KFV ist der alte Platz, da führt kein Weg daran vorbei, auch wenn die Chancen momentan nicht so gut stehen. Die Stadt ist dem KFV auch noch etwas schuldig.

Der Mannschaft würde ich mehr Disziplin wünschen. Wir Verantwortliche müssen das gemeinsame Ziel erreichen so viele Mitglieder wie möglich zu gewinnen.

Schlusswort

Die Geschäftswelt die den KFV damals unterstützt haben sollten wieder reaktiviert werden.

Früher war das Badenwerk (Anm. d. Red., heute: EnBW Energie Baden-Württemberg AG)  eine Anlaufstelle für KFV-Spieler. Viele KVler verdienten auch in der Badenwerk AG ihr Brot; der Vorstand des KFV und Vorstand des Badenwerks waren oft deckungsgleich. Auch die Firma Willi Müller gehörte zu einer der größten Sponsoren.

 

Das Interview führte Steffen Herberger