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Ernest W. Michel

In seiner Jugend war der gebürtige Mannheimer ein begeisterter Fußballfan. 1943 wurde er ins KZ Ausschwitz deponiert - einen Tag vor KFV-Nationalspieler Julius Hirsch.

Später wurde er als jüngster Berichterstatter der Nürnberger Prozesse berühmt. Er unterschrieb seine Zeitungsartikel stets mit seiner KZ-Häftlingsnummer. In Nürnberg traf er auf Hermann Göhring in dessen Zelle.

Links zu Ernest Michel, der in den USA eine sehr bekannte Persönlichkeit ist:

http://www.wollheim-memorial.de/de/ernest_w_michel_1923

http://www.zeit.de/2005/04/Auschwitz_04

http://www.jewishjournal.com/world/article/my_moment_with_goering_20051209

Spiegel-Interview :

http://www.spiegel.de/panorama/ernest-w-michel-warum-habt-ihr-mir-das-angetan-a-434136.html

Sein Leben:

Ernst Michel kam am 1. Juli 1923 in Mannheim als Sohn des Zigarettenfabrikanten Otto Michel und seiner Frau Frieda zur Welt. Fünf Jahre später wurde seine Schwester Lotte geboren. 1936 wurde er aufgrund der Nürnberger Gesetze vom Schulbesuch ausgeschlossen. Zunächst konnte er in einer Kartonagenfabrik nicht weit von Mannheim arbeiten, aber die jüdischen Besitzer konnten ihn nach dem 9. November 1938 nicht weiter beschäftigen. Zahlreiche Versuche, Deutschland zu verlassen, blieben erfolglos. Anfang September 1939 wurde Ernst Michel von der Gestapo zur Zwangsarbeit abgeholt. Seine Eltern und seine Großmutter sah er nie wieder. Die folgenden vier Jahre war er in verschiedenen Arbeitslagern inhaftiert, bis er im Februar 1943 mit seinen Kameraden aus Paderborn nach Auschwitz deportiert und sofort ins KZ Buna/Monowitz gebracht wurde. Nach einem Monat Zwangsarbeit im Zementkommando wurde er von einem SS-Mann verprügelt. In der Warteschlange vor dem Häftlingskrankenbau (HKB) hatte er das große Glück, wegen seiner schönen Handschrift als Schreiber im HKB aufgenommen zu werden: Dies rettete ihm das Leben.

Nach dem Krieg arbeitete er als Berichterstatter der Nürnberger Prozesse und erregte Aufsehen, da er seine Artiel stets mit seiner alten KZ-Häftlingsnummer unterzeichnete. Später wurde er von Hermann Göhring, der größte noch lebende NS-Verbrecher in dessen Zelle eingeladen: Der Anwalt musste mir zunächst das Versprechen abnehmen, dass ich über dieses Treffen keine Zeile schreiben würde. Wir gingen also zu Görings Zelle, die Tür wurde geöffnet. Göring lächelte, kam auf mich zu und wollte mir die Hand geben. In dem Moment erstarrte ich, ich konnte mich nicht bewegen. Ich sah nur die Hand, das Gesicht, wieder die Hand - und drehte mich weg. Ich konnte nicht, ich konnte mit diesem Mann nicht reden, kein Wort.

Quelle http://www.wollheim-memorial.de/de/ernest_w_michel_1923, Der Spiegel

Mr. Michel, did you know the “Karlsruher Fussballverein” in your youth?
No, I did not. I followed the „Mannemer Teams“ (Anm. d. Red.: SV Waldhof und VfR Mannheim). We lived on Lamey Strasse 11. A family member played football in his 20’s. He played on the Mannemer Team. I never made it to the top of the major cities.


Did you hear about the German national player “Julius Hirsch”, who was murdered in Auschwitz?
No, I never heard about him. I was born in Mannheim in 1923 and played in a Jewish team. I remember that I once played against another Jewish team. I scored a goal. The goalie of the other team was Henry Kissinger.


What are your memories from your childhood in Germany?
I was a busy football player in my youth. In my years in Mannheim before the Hitler Jugend, my two best friends were Heinz Manz and Kurt Hess. They joined the Hitler Jugend and did not speak with me. Both are dead. Heinz Manz owned a store when I first came back to Mannheim, Kurt was killed in the war.


Did you have any favorite player or soccer club in that time?
I survived the Holocaust after spending six years in the concentration camps, including Auschwitz. My survival is a miracle. My best friend in Mannheim was Heinz Kuhn. He came with his family to the U.S. and played with a German soccer team. He was a great player. Both my parents were gassed by the Nazis. My sister survived.


What do you think about today’s Germany?
I have been visiting Germany many times about five times at the invitation of the Mannheim „Bürgermeister“. I hated Germany after I escaped during the war. I met several German Minister Presidents. Germany has changed. I don’t believe in hate. I have been invited by the German government to speak in Berlin and three times in Mannheims.