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Jüdische Fußballer und Funktionäre beim KFV

Bensemann - Hirsch - Fuchs - Ransenberg

Quelle: DFB.

Jüdische Fußballpioniere wie Walther Bensemann, Julius Hirsch und Gottfried Fuchs haben den KFV geprägt wie nur wenige andere. Unter dem Druck des menschenverachtenden Naziregimes hat sich der Karlsruher FV wie der DFB und andere Vereine von diesen Helden und Pionieren abgewandt. Max Ransenberg war einer der führenden Denker und Lenker des Vereins nach dem 2. Weltkrieg. Viele seiner Familienmitglieder starben in der Schreckenszeit des Nazi-Regimes. 

 

Erinnerung an jüdische Fußballpioniere:

Die Impulse des Karlsruher Fußballvereins

 

Forderung nach der Benennung einer Straße oder eines öffentlichen Platzes nach Julius Hirsch und/oder Gottfried Fuchs

Es gibt sie: Gemeinden die auf das Schicksal jüdischer Sportler wie den KFV-Fußballnationalspieler Julius-Hirsch aufmerksam machen. Die "Sportplätze am Eichkamp" in Berlin tragen heute den Namen "Julius-Hirsch-Sportplätze in Eichkamp". Dort hatte der jüdische Fußballklub TuS Makkabi Berlin seine Heimspiele ausgetragen. Die Schulsporthalle des Ludwig-Marum-Gymnasiums und der Geschwister-Scholl-Realschule in Pfinztal-Berghausen ist nach Julius Hirsch benannt. Nur in der Heimatstadt der beiden jüdischen Nationalspieler Hirsch und Fuchs, Karlsruhe, gibt es nur einen "Stolperstein" der an die Ermordung von Julius Hirsch erinnert. "Das ist viel zu wenig und wird der herausragenden Persönlichkeit Hirschs und seinen großen Verdiensten um „seine“ Stadt Karlsruhe bei weitem nicht gerecht“, erklärte Andreas Reifsteck, ehemaliger KFV-Jugendspieler und heutiger dritter Vorsitzender des Vereins. In seiner Funktion als Parteivorsitzender in der Karlsruher Weststadt forderte in einer Pressemitteilung am 12. 06. 2012 offiziell eine Würdigung des Nationalspielers Hirsch. Beteiligt an der Idee war auch Dr. Dördelmann, ebenfalls KFV-Mitglied. Durch Reifstecks Druck und Engagement übernahm die Gemeinderatsfraktion seiner Partei die Anregung und stellte einen Antrag im Karlsruhe Gemeinderat. Am Dienstag, den 17.10.2012, stimmte der Karlsruher Gemeinderat dem Antrag einstimmig zu. Demnach könnte ein Teilstück des Karlsruher Wegs (in Julius Hirsch-Straße) und die Freifläche nördlich davon (in Gottfried Fuchs-Platz) an der Ecke Berliner Straße entsprechend benannt werden: Entsprechende Gespräche mit den Anwohnern wurden geführt und im Juni 2013 war es endlich soweit: Die Julius Hirsch-Straße und der Gottfried Fuchs Platz konnten eingeweiht werden.

3. KFV-Vorsitzender Andreas Reifsteck in der SWR Landesschau

Oben: Dieses Video zeigt den dritten KFV-Vorsitzenden Andreas Reifsteck mit seinem diesjährigen Vorstoß nach einer Straßenbenennung nach Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. SWR Landesschau-Aktuell, 19. Juni 2012.

Download des Video: flv-Datei (wie oben): www.karlsruher-fv1891.de/VTS_01_1.flv

Downloadlink (mp4-Datei):  VTS_01_1_x264.mp4

 

Endlich war es geschafft. Hirsch und Fuchs erhalten eine nachhaltige Würdigung:

Die Einweihung der Straßen mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und den Angehörigen der beiden KFV-Fußballer. Bildquelle: ka-news.de

 

Unterstützung von Ausstellungen als Mittel zur Aufklärung

Der KFV unterstützt Expositionen rund um das Thema jüdische Fußballnationalspieler und stellt Ausstellungsstücke und Informationsmaterial zur Verfügung.

oben: "Der Zukunft entgegen - Berühmte jüdische Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft" lautete die Ausstellung des Rabbinatsmuseum Braunsbach (bei Schwäbisch Hall). Vom 14. August bis 23. Oktober 2011 waren dort auch zahlreiche Stücke aus der Geschichte des KFV ausgestellt. Mit Julius Hirsch und Gottfried Fuchs stellt der KFV die beiden einzigen jüdischen Fußballnationalspieler Deutschlands. Die Vorsitzende des gemeinnützigen Rabbinatsmuseums Braunbach Kultur im Rabbinat Förderverein e.V., Elisabeth M. Quirbach bedankte sich für die Unterstützung und zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der heute ins Vergessenheit geratenen Spieler Fuchs und Hirsch, sowie dem KFV-Gründer Bensemann.

http://www.rabbinatsmuseum-braunsbach.de/

Bilder oben und unten: Die beiden jüdischen Nationalspieler Hirsch und Fuchs standen beim vom KFV initiierten "Karlsruher Fußballtraditionstag" im Vordergrund.

Kicker Kämpfer und Legenden lautete die Ausstellung des Centrum Judaicum, das 2006 an die deutschen jüdischen Sportler aufmerksam machte. Der KFV stellte zu diesem Anlass alte Unikate zur Verfügung.

http://www.cjudaicum.de/de/content/kicker-k%C3%A4mpfer-und-legenden-0

Bild: Hirsch-Biograph Skrentny beim Karlsruher Fußballtraditionstag des KFV.

 

Film "Julius Hirsch und der Karlsruher FV"

Downloadlink: Fussball.flv

Mit freundlicher Genehmigung von "Juden im deutschen Fußball", Broschüre und Bilder, URL: http://www.cjudaicum.de/de/content/kicker-k%C3%A4mpfer-und-legenden-0

Auf regelmäßiger Basis finden Ausstellungen mit KFV-Ausstellungsstücken im Karlsruher Stadtmuseum statt.

http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/stadtmuseum.de

 

Internet als Aufklärung- und Informationsplattform

Regelmäßig machen wir unsere Mitglieder, Anhänger und Sympathisanten auf unserer Homepage, in sozialen Netzwerken sowie in Mitgliederschreiben auf das Schicksal von Julius Hirsch, Walther Bensemann und Gottfried Fuchs aufmerksam. Die jährliche Verleihungen des Hirsch- und des Bensemann-Preises stellen wir in den Mittelpunkt unserer News. Durch unser Netzwerk erreichen wir gerade junge Menschen und die Region Karlsruhe. In unseren Interviews versuchen wir das Thema Antisemtismus im Fußball regelmäßig zur Sprache zu bringen:

Ernest W. Michel

KZ-Häftling, Berichterstatter der Nürnberger Prozesse und Fußballfan

"I don’t believe in hate"


Werner Skrentny

Biograph von Julius Hirsch, Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Fußballgeschichte, aus Hamburg. Das Bild ist vom Karlsruher Fußballtraditionstag des KFV.

"Als ich 1992 begonnen habe, die Geschichte der Fußball-Oberliga Süd, die von 1945 bis 1963 vor der Bundesliga als höchste regionale Spielklasse bestand, für das Buch „Als Morlock noch den Mondschein traf“ zu recherieren, beschloss ich, nicht beim „Punkt Null“ anzufangen. Auch in der Nazizeit wurde weiter Fußball gespielt und davor sowieso."


 

Erinnerung an deutsche Fußballpioniere:

Die Geschichte der jüdischen KFV-Nationalspieler und Pioniere

 

Julius Hirsch, deutscher Nationalspieler - In Auschwitz-Birkenau ermordet

1933 mussten die jüdischen Mitglieder ihre Heimatvereine verlassen. Auch Julius Hirsch wurde nach der Machtübernahme der NSDAP aufgrund seiner jüdischen Abstammung verfolgt. Im April 1933 schrieb Hirsch „seinem“ Karlsruher FV: „Leider muss ich nun bewegten Herzens meinem lieben KFV, dem ich seit 1902 angehöre, meinen Austritt anzeigen. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass es in dem heute so gehassten Prügelkinde der deutschen Nation auch anständige Menschen und vielleicht noch viel mehr national denkende und auch durch die Tat bewiesene und durch das Herzblut vergossene deutsche Juden gibt.“ Hirsch wurde vom Städtischen Tiefbauamt Karlsruhe als Hilfsarbeiter auf einem Schuttplatz zwangsverpflichtet und vom Hauptbahnhof Karlsruhe aus zum „Arbeitseinsatz“ in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Das Todesdatum von Julius Hirsch ist unbekannt geblieben, er wurde 1950 vom Amtsgericht Karlsruhe mit Datum vom 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Bild: Letztes Lebenszeichen von Julius Hirsch. Quelle: Skrentny.

Die Geschichte des KFV-Nationalspielers Julius Hirsch

 

Video: Ein Kurzfilm über Julius Hirsch und den KFV.

Download (rechts Maustaste klicken, danach "speichern unter") : Fussball.flv

Mit freundlicher Genehmigung von Juden im deutschen Fußball, Broschüre und Bilder, URL: http://www.cjudaicum.de/de/content/kicker-k%C3%A4mpfer-und-legenden-0

Der heutige Julius-Hirsch-Preis ist eine vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestiftete Auszeichnung. Der DFB ehrt damit Personen und Organisationen, die in besonderer Weise ihre gesellschaftliche Position nutzen, um sich für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einzusetzen. Mehr Informationen finden Sie auf dieser Seite.

 

Download: Biographische Daten zu Julius Hirsch: BioHirsch.pdf

Quelle: "Gotti and Juller" von Werner Skrentny.

Bild: Julius-Hirsch-Sportanlage in Berlin, Quelle: www.tus-makkabi.de.

Rudolf Hirsch (Julius' Bruder) mit Nationalspieler Hollstein, Förderer und Julius Hirsch sowie Meisterschaftsspieler Hüber. Rudolf Hirsch war 1919 Kassenwart beim KFV, 1924-26 Spielausschussvorsitzender. Bildquelle: Gustavo Hirsch

 

DFB-Journal: Begegnung mit der Geschichte. Die Enkel der KFV-Spieler Fuchs und Hirsch: DFB_J3_HirschFuchs(2).pdf

Mit freundlicher Genehmigung von Roy Rajber/DFB

 

Walther Bensemann, Visionär und KFV-Gründer - Tod im Exil

Walther Bensemann musste 1933 aus Deutschland aufgrund seiner jüdischen Abstammung flüchten, und lebte in Montreux, Schweiz. Ein Jahr später verstarb er dort. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur vergibt seit 2006 den Deutschen Fußball-Kulturpreis. Der Ehrenpreis trägt den Namen Walther Bensemanns und wird an verdienstvolle Personen des Fußballs vergeben, die sich für die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs einsetzten (siehe unten).

Abbildung: Walther Bensemanns Verständnis des Fußballs, Quelle: KFV.

 

Gottfried Fuchs oder Godfrey Fuchs - Rekordschütze flüchtet nach Kanada

Braune Seilschaften in der DFB-Spitze verhindern 1972 eine Einladung nach Deutschland

Gottfried Fuchs emigrierte 1937 über die Schweiz und Frankreich nach Kanada, wo er unter dem Namen Godfrey Fochs bis zu seinem Tod im Jahre 1972 lebte. Wegen der Nürnberger Rassengesetze wurde sein Name aus vielen Fußballstatistiken gelöscht. Das klare Bekenntnis des Bundestrainers Sepp Herberger zu seinem früheren fußballerischen Idol (dem „Franz Beckenbauer seiner Jugend"), trug wesentlich zu Fuchs' Rehabilitierung in den 1950er Jahren bei. Mehr dazu im Spiegel-Artikel (unten).

Abbildungen oben: Letzte Ruhestätte von Gottfried Fuchs. Quelle: "Gotti and Juller" von Werner Skrentny.

Download: Biographische Daten zu Gottfried Fuchs: BioFuchs.pdf

Download: Spiegel-Artikel zu Gottfried Fuchs: Fuchs.pdf

Quelle: "Gotti and Juller" von Werner Skrentny.

 

Max Ransenberg - Erster Vorsitzender nach dem Naziregime

Ab 1945 war Max Ransenberg, dessen Eltern von den Nazis nach Ausschwitz und Theresienstadt deportiert wurden, erster Vorsitzender des KFV. Ransenbergs Bruder Leo, überlebte als einer von 17 deportierten Karlsruher Gefangenen von Theresienstadt die Nazi-Zeit und kehrte 1945 in die badische Residenzstadt zurück. Max Ransenberg war bis 1948 erster Vorsitzender des KFV.

Abbildung oben: KFV-Mannschaft bei einem Spiel in Liedolsheim 1946, Max Ransenberg rechts außen, Quelle: KFV.

Abbildungen oben: Familienmitglieder der Ransenbergs als Porträt in der nationalsozialistischen "Judenkennkarte", Quelle: Heinz Schmitt (Hrsg.): Juden in Karlsruhe. Beiträge zu ihrer Geschichte bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung, unter Mitwirkung von Ernst Otto Bräunche und Manfred Koch.

Mehr Informationen zum Thema:

http://my.informedia.de/gedenkbuch.php?PID=12&name=3443&suche=R

http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/blick_geschichte/blick86/aufsatz2.de

Detaillierte Biographien finden Sie auch in unserer KFV-Ehrengallerie "Helden und Legenden".