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Wilfried Trenkel im Gespräch

Chef-Trainer der Damen-Abteilung des KFV

 

Wilfried Trenkel, Chef-Trainer der KFV-Damen über seinen Vater der einst mit einem Weltmeister beim HSV spielte, Aufstiegsspiele in Essen, die japanische Frauennationalmannschaft und natürlich den KFV-Damen!

Trenkel bestritt als Spieler zwischen 1974 und 1983 121 Bundesliga- (10 Tore) und 132 Zweitliga- (17 Tore) und 65 Regionalligaspiele (4 Tore) für den Karlsruher SC, u.a. unter der Trainer-Legende Max Merkel. Im Jahr 2001 durchlief er an der Deutschen Sporthochschule Köln erfolgreich die Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Als Trainer der Damen des Karlsruher SC gewann er zweimal den Badischen Pokal. Seit 2017 ist er als Trainer der KFV-Damen engagiert und wurde prompt Herbstmeister.

Abbildung: Trenkel beim KFV.

 

Das Fußball-Gen liegt in Ihrer Familie. Bereits Ihr Vater spielte u.a. mit dem 1954er-Weltmeister Jupp Posipal beim HSV - wie viel haben Sie von Ihrem Vater für die eigene Karriere mitnehmen können?

Mein Vater spielte nach der Zeit beim HSV noch einige Jahre beim VfB Mühlburg, bevor er letztendlich mit der Familie nach Offenburg zog. Dort bin ich auch aufgewachsen und habe schon sehr früh meinen Spaß am Fußball entdeckt. Zuerst auf der „Straße“, später so etwa mit 6 Jahren beim Offenburger Fußballverein. Dort war auch mein Vater sowohl bei den Herren als auch zeitweise in der Jugend als Trainer tätig. Dabei habe ich, inklusive einiger Privatstunden, eine Menge von ihm lernen können.

Abbildung: Trenkel beim KSC.

 

Sieg gegen den UEFA-Cup Finalist Mönchengladbach im DFB-Pokal, 5:1-Sieg gegen Rot-Weiß Essen im Bundesligaaufstiegsspiel vor 42.000 Zuschauern im Karlsruher Wildpark - Was waren für Sie die Highlights Ihrer Karriere?

Highlights in meiner Fußballer Karriere waren sicher die Relegationsspiele zum Aufstieg in die 1. Bundesliga gegen Rot Weiß Essen, bei denen es nach einem deutlichen 5:1 Heimspielsieg beim Rückspiel in Essen nochmal richtig eng wurde. Das Spiel hatte dort gerade erst begonnen, da krachte der Ball schon innerhalb der ersten 10 Minuten zwei dreimal gegen unseren Torpfosten und wir überstanden die erste Halbzeit mit sehr viel Glück mit nur 2:0 Toren Rückstand. In der zweiten Halbzeit konnten wir glücklicherweise den Anschlusstreffer durch Uwe Dittus erzielen, und somit den Aufstieg perfekt machen. Aber auch Bundesligaspiele zum Beispiel gegen Bayern München, Schalke 04, Eintracht Frankfurt und andere in denen das Stadion mit z.T. 50.000 Zuschauern und mehr „gerammelt voll“ war, werde ich sicher auch nicht vergessen.

Video: Aufstiegsrückspiel des KSC gegen Essen 1980 mit Trenkel. Trotz Niederlage ging es wieder in die Bundesliga.

Würden Sie etwas anders machen in der Rückschau?

Ich hätte vielleicht tatsächlich ein Angebot von einem anderen Verein annehmen sollen, um mal eine andere Perspektive zu bekommen.

 

Bernd Nickel, Wolfgang Overath, Franz Beckenbauer, Jürgen Grabowski - In Ihrer Karriere spielten Sie gegen einige Größen des deutschen Fußballs. Welche Gegenspieler lag Ihnen am besten, welche nicht?

Es war einfach toll auf diesem Niveau gegen solche Spieler und Mannschaften zu spielen, aber ich hatte damals keinen Lieblingsgegenspieler oder einen gegen den ich gar nicht konnte. Man musste sich eben genauso wie heutzutage top vorbereiten und voll motiviert ins Spiel gehen um seine Leistung abzurufen. Es gab sicher den Einen oder Anderen der einem das Leben schwer machen konnte.

 

In den 1970ern und 1980ern war der KSC eine Fahrstuhlmannschaft zwischen Liga 1 und 2 - wie stark muss das Nervenkostüm in einer solchen Situation sein?

Abstieg bedeutete natürlich eine Riesenenttäuschung und da war man emotional auf einem Tiefpunkt gelandet und es dauerte eine ganze Zeit lang, bis das Ganze irgendwie verarbeitet war. Aber als Profi musste man damit umgehen können auch wenn das nicht einfach war. Und als dann die nächste Vorbereitung zur neuen Saison begann und der Ball wieder rollte, wurde der Akku schnell wieder aufgeladen.

 

Beim KSC spielten Sie u.a .mit Rekordtorjäger Emanuel Günther, dem späteren Trainer Winfried Schäfer sowie Torwart-Ikone Rudi Wimmer - welcher Mitspieler ist Ihnen am besten in Erinnerung geblieben?

Während meiner Zeit beim KSC habe ich sehr viele Spieler kennengelernt und ich könnte viele Namen nennen, die mir in guter Erinnerung geblieben sind. Hier nur einige davon: Rudi Wimmer, Rainer Ulrich, Sigi Kessler, Stefan Groß, Charly Berger und Gerd Kommorowski, mit dem ich mich heute noch regelmäßig treffe. Aber diese Liste wäre tatsächlich mit vielen Namen mehr zu auf zu füllen.

 

Dachten Sie auch an einen Wechsel weg von Karlsruhe?

Ich hatte natürlich auch Angebote sowohl aus der Bundesliga, als auch aus dem Ausland und da war schon mal ein Wechsel angedacht, aber ich habe mich letztlich doch immer wieder für den KSC entschieden, zumal ich mit meiner Familie auch Lebensmittelpunkt in Karlsruhe gefunden hatte.

 

Ihr früherer Mitspieler Roland Vogel kam vom KFV zum KSC, Ihr Kollege Rudi Wimmer wurde später Trainer beim KFV. Den Schritt vom KSC-Bundesligaspieler bzw. -Trainer zum KFV-Trainer machten u.a. auch Berni Termath, Gustav Witlatschil und Rolf Kahn. - was bringen Sie mit dem Karlsruher Fußballverein in Verbindung?

Der KFV war für mich neben dem KSC einer der beiden großen Traditionsvereine in Karlsruhe, der sehr viele Süddeutsche Meisterschaften erzielte. Auch ich kann mich daran erinnern, dass ich mit dem KSC einige Vorbereitungs- und Trainingsspiele gegen die damalige Mannschaft des KFV gemacht habe.

 

Fast 20 Jahre nach Ihrem Abschied aus dem Profifußball entschieden Sie sich für eine Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der renommierten Deutschen Sporthochschule Köln. Wie kam es dazu?

Tatsächlich habe ich mich ziemlich spät dafür entschieden meinen Trainerschein zu machen. Aber dann hat mich irgendwie der Ehrgeiz gepackt, das Ganze durchzuziehen bis hin zur Fußballlehrerlizenz, die ich dann im Jahr 2001 erfolgreich an der Sporthochschule Köln bestanden habe.

Abbildung: Trenkel beim KFV.

 

Was hat Sie für den Frauenfußball begeistert, was sind die Unterschiede im Training von Herren und Damen-Mannschaften?

Begeistert war ich von den Spielen bei der Frauenweltmeisterschaft im Jahr 2011 und da ganz besonders von der japanischen Nationalmannschaft, die technisch und taktisch hervorragend Fußball spielte. Daraufhin hat sich meine Einstellung zum Frauenfußball sehr zum Positiven verändert. Wenn man Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball suchen möchte, findet man den Hauptunterschied meiner Meinung nach im athletischen Bereich. Sonst kann nur sagen, dass die Mädels sich sowohl im Spiel, als auch im Training „voll reinhauen“, ehrgeizig sind und alles für den Fußball geben.

 

Was sind Ihre Pläne und was ist Ihnen mit Blick auf die neuformierte KFV-Damenmannschaft wichtig?

Zuerst ist es wichtig eine homogene Truppe zu formen, die Spaß und Freude am Fußballspielen hat. Weiterhin heißt es, sich stetig weiter zu entwickeln und dann vielleicht mittelfristig einen Aufstieg anzupeilen. 

Abbildung: Trenkel beim KFV.

 

Welche Erkenntnisse Ihrer Spieler- und Trainerkarriere würden Sie den jungen KFV-Sportlern mit auf den Weg geben?

Nun da gäbe es sicher eine ganze Menge davon, ich möchte aber nur drei davon erwähnen: 1.geduldig bleiben 2.nie aufgeben und 3.nie aufhören zu lernen.

Abbildung: Trenkel beim KFV.