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Meike Weichselmann im Gespräch

Meike Weichselmann ist zusammen mit Sophia Zimpfer Abteilungsvorsitzende der Fußballabteilung (Damen) des KFV seit 2017 sowie Verbandsschiedsrichterin

 

In diesem Jahr wurde die Damenabteilung des KFV aus der Taufe gehoben, die du mit Sophia Zimpfer leitest. Dafür wurde mit Wilfried Trenkel ein renommierter Coach geholt. Was sind deine Ziele mit Blick  Abteilung - wo soll es hingehen?
Ich wünsche mir, dass sich die Frauenabteilung beim KFV etablieren und festigen kann. Es wäre toll, wenn wir in den nächsten Jahren zu einer festen Größe heranwachsen.


Wie bist du zum Fußball gekommen, wie lauten deine Stationen bis heute und was würdest du als deinen größten sportlichen Erfolg bezeichnen?
Ich habe als kleines Mädchen zwei Jahre mit meinem Bruder bei den Bambinis beim SV Blankenloch gekickt. Das war aber noch eher eine Beschäftigungsmaßnahme und weniger, weil ich mich für den Fußball interessiert hätte. Danach folgte ein paar Jahre sogar eine richtige Fußballabneigung, bis ich mit der Heim-WM 2006 auf einmal wieder Gefallen an der Sportart gefunden habe. Lukas Podolski war mein großes Idol und dann habe ich wieder angefangen richtig zu spielen, in der D-Jugend beim ASV Hagsfeld. Dort habe ich dann alle weiteren Jugend-Stationen bis hin zur Damenmannschaft durchlaufen, immer in einem reinen Mädchen-Team. Ich war aber nie ein Überflieger, es ging meist vor allem um den Spaß und den Teamgeist. Daher gab es jetzt kein besonderes Ereignis, welches ich als sportlichen Höhepunkt in meiner Fußballer-Laufbahn hervorheben würde.


Wie bist du zur Schiedsrichterin geworden?
Während meines Studiums ging bei mir die Motivation aber auch die Zeit für den doch aufwändigen Mannschaftssport etwas verloren. Ich habe also aufgehört selbst zu spielen, wollte aber weiter etwas mit dem Fußball zu tun haben. 2015 habe ich dann einen Schiedsrichter-Neulingskurs belegt, um das einfach mal auszuprobieren.


Was war dein erstes Spiel als Schiedsrichterin und wie hat es sich angefühlt?
Vor meinem ersten Spiel war ich sehr aufgeregt. Mein Freund, der selbst Schiedsrichter ist, hat mich begleitet. Auf dem Weg habe ich zu ihm gesagt, dass ich nicht mal weiß, wie ich richtig pfeifen soll. Dann haben wir angehalten, sind ein Stückchen in den Wald reingelaufen und ich habe ein paar Mal in die Pfeife gepustet :D Das war schon sehr lustig.
Das Spiel selbst, ein D-Jugend Spiel, war dann total harmlos, ich danach aber sehr erleichtert.


Gibt es auch kritische Momente als Schiedsrichterin und wie gehst du damit um?
Klar gibt es in so gut wie jedem Spiel Momente, in denen man als Schiedsrichter aufgrund einer Entscheidung kritisiert wird. Dann muss man damit klarkommen, richtig reagieren und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Manchmal kommt man dann auch ins Grübeln, was während dem Spiel aber eher weniger gut ist.
Ich selbst versuche immer einen Mittelweg zu finden. Einige Kommentare oder Äußerungen muss man einfach ignorieren, oft versuche ich aber auch mit den Spielern zu kommunizieren und ihnen meine Sichtweise darzulegen.
Richtig kritische Momente, in denen ich wirklich angegangen oder schlimm beleidigt wurde, hatte ich aber Gott sei Dank noch nicht.


Bibiana Steinhaus ist die erste Schiedsrichterin der Männer-Bundesliga, wo siehst du dich später?
In den letzten zwei Jahren habe ich als Schiedsrichterin schon viel erreicht, was mich auch stolz macht. Dennoch geht es mir vor allem um das Hobby und den Spaß daran. Auch bei den Schiedsrichtern gibt es einen großen Konkurrenzkampf und man muss hart an sich arbeiten, wenn man in hohe Ligen aufsteigen möchte.
Derzeit pfeife ich als höchste Spielklasse Herren-Kreisliga und B-Juniorinnen Bundesliga. Mein Ziel ist es, hier noch einige Jahre dabei zu sein. Wenn es Möglichkeiten gibt, aufzusteigen, werde ich diese gerne ergreifen. Ich sehe da aber keine Spielklasse, die ich unbedingt noch erreichen muss.


Wo wird häufiger gemeckert – im Frauen- oder Herrenfußball?
Eindeutig im Herrenfußball ;) Auch Frauen können meckern, ich habe aber oft das Gefühl, dass sie während des Spiels einfach mehr ans Kicken denken und nicht jede Aktion kommentieren müssen.


Der KFV hat eine lange, lange Tradition mit einer deutschen Meisterschaft, etlichen Nationalspielern und jede Menge Geschichte, aber was verbindest du persönlich mit dem KFV?
Ich war auf der Suche nach einem neuen Verein, wollte aber nicht einfach irgendwo hingehen. Für mich sollte das eine Herzensangelegenheit sein. Dann bin ich auf den KFV aufmerksam geworden und habe von der Geschichte, aber auch den letzten mühsamen Jahren erfahren. Ich finde es toll, dass hier so leidenschaftlich daran gearbeitet wird, den Verein weiterzuführen und wieder aufzubauen. Ich habe das Gefühl, das wirklich viel Elan und Motivation bei allen Beteiligten dabei ist. Da war mir schnell klar, dass ich hier gerne mit dabei sein möchte und wo es möglich ist, meinen Teil zum Aufschwung beizutragen.


Wie verfolgst du den Frauenfußball und wie wird er sich in Zukunft weiterentwickeln?
Auch seitdem ich nicht mehr aktiv spiele, habe ich immer einen Blick auf den Frauenfußball in Baden geworfen. Ich schaue ab und zu auf Fussball.de, wie die letzten Spiele in den badischen Ligen oder auch in der Oberliga ausgegangen sind.
Als Schiedsrichterin sehe ich jetzt auch die Spiele in den höchsten Spielklassen und da merkt man schon, wie weit sich der Frauenfußball entwickelt hat. Gerade in der B-Juniorinnen Bundesliga können die Mädels schon richtig gut kicken.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Frauenfußball sich als fester Bestandteil in der Fußballwelt weiter festigen wird. Aus meiner Sicht ist es ein wirklich attraktiver Sport, man sollte ihn nur nicht mit dem Männer-Fußball vergleichen, weil hier einfach eine andere Art des Fußballspiels geboten wird. Körperlich kann da eine Frau nicht mithalten, aber technisch und taktisch auf jeden Fall. Es ist auch schön zu sehen, dass es, wie mit dem KFV, auch immer wieder neue Vereine gibt, die sich für eine Frauen- oder Mädchenmannschaft entscheiden.


Was machst Du abseits des Fußballplatzes, was kann dich begeistern?
Ich bin ein fußballverrückter Mensch. Deswegen trifft man mich ab und zu auch im Stadion, je nachdem wo gerade ein spannendes Spiel ansteht. Ansonsten versuche ich, die freie Zeit mit meiner Familie, meinem Freund oder Freunden zu verbringen. Ich gehe auch sehr gerne zu Konzerten, egal ob klein und gemütlich im Tollhaus oder groß und laut in einer Halle oder im Stadion.
Eine weitere Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin daher, wenn ich Urlaub habe, meistens nicht hier, sondern versuche immer neue Orte auf dieser Welt kennenzulernen.


Welchen Klub drückst du, neben dem KFV, die Daumen und welche(n) Spieler(in) würdest du gerne einmal kennenlernen?
Meine erste Dauerkarte hatte ich vom Karlsruher SC. Hier war ich als Teenie auch ein richtiger „Groupie“. Das ist jetzt nicht mehr so, aber dennoch drücke ich dem KSC die Daumen und hoffe, dass bald wieder rosige Zeiten vor der Tür stehen.
Wen ich sehr gerne einmal kennenlernen würde, ist Lukas Podolski. Wie schon oben erwähnt, mein Idol der Kindheit. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich Fußballerin geworden bin ;)


Wie lautet dein persönliches (Lebens-)Motto?
Ein richtiges Motto habe ich nicht. Ich versuche immer eine positive Einstellung zum Leben zu haben, möchte alles mitnehmen was geht und es dennoch genießen. Denn wir leben alle nur einmal und da möchte ich am Ende meines Lebens nichts bereuen ;)