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Axel Schönwitz im Gespräch

 

Axel Schönwitz ist seit Oktober 2018 Mitglied des Vorstands.


Nach einem Jahr schaffen beide Mannschaften des KFV auf Anhieb den Aufstieg - hättest du das für möglich gehalten und was sind die größten Erfolgsfaktoren der Mannschaften?
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das der Männermannschaft zu Beginn der ersten gemeinsamen Saison so nicht zugetraut. Galt es doch, sich zuerst als Mannschaft zu finden. Anfangs habe ich nur einzelne Spiele mehr oder weniger zufällig persönlich besucht. Allerdings habe ich nach kurzer Zeit erkannt, welches Potential in dieser Mannschaft steckt. Im Laufe der Zeit hat mich die Mannschaft derart in den Bann gezogen, dass ich kaum ein Spiel, trotz meiner knapp bemessenen Freizeit, mehr versäumte.
Was mich dazu bewogen hat, ist einfach erklärt. Es war diese Freude am Spiel, die gelebte Kameradschaft, das Miteinander, ungeachtet der Nationalität, der Religion oder Hautfarbe, auch abseits des Fußballfeldes. Und als sich mit dieser Einstellung von Spiel zu Spiel auch die sportlichen Erfolge in der Kreisklasse -C- einstellten, löste das eine erkennbare Dynamik innerhalb der Mannschaft und der mittlerweile treuen, wenn auch zahlenmäßig noch überschaubaren Fanszene, aus.
Plötzlich schien das möglich, was zunächst so gar nicht im Fokus gestanden hat, nämlich der Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Wie wir alle wissen, hat das die Mannschaft im Verlaufe der Relegationsspiele glücklicherweise auch geschafft.
Natürlich hätten die Jungs den Aufstieg in der Tat etwas weniger dramtisch gestalten können, indem man nicht das ein oder andere Spiel in der Rückrunde leichtfertig aus der Hand gegeben und verloren hätte. Dadurch wären allen, der Mannschaft, den Trainern und den Fans, die nervenaufreibenden Relegationsspiele erspart geblieben, die wirklich an die Substanz gegangen sind. Aber so war es eben, das gehört dazu und passiert auch den Großen im Mannschaftssport.
Letztendlich hat das Erlebte die Mannschaft in ihrem Gefüge noch weiter gefestigt, was sich auch in der Zukunft mit Sicherheit auszahlen wird. 
Bei den Frauen als erste offizielle Damenmannschaft des Traditionsvereins hat es sich m.E. relativ schnell abgezeichnet, dass sie den Aufstieg von der Landesliga in die Verbandsliga schaffen. Die Mannschaft war bereits zum Saisonstart in sich homogener und konnte auf eine Vielzahl von äußerst erfahrenen Spielerinnen, inbesondere des KSC, zählen. Und nicht vergessen darf man, dass sie von dem sehr routinierten Ex- Bundesligaprofi Wilfried Trenkel trainiert werden.

Wie werden die Herren und Damen in diesem Jahr abschneiden?
Für die Herren wird es in diesem Jahr sicherlich härter werden. In der Kreisklasse -B- stehen die Mannschaften in ihrem Leistungsvermögen recht eng zusammen. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass unsere 1. Herrenmannschaft unter der Anleitung der erfahrenen Fußballer und Trainer Dirk Hauri und Detlef Strebel sehr gute Chancen hat, sich am Ende der kommenden Saison im oberen Tabellendrittel wiederzufinden.
Mit der 2. Herrenmannschaft sehe ich es ähnlich. Diese unterliegt keinem wirklichen Leistungsdruck, kann bekanntermaßen nicht aufsteigen und spielt daher erkennbar unbeschwert auf. Der erstmals in der Funktion eines Trainers wirkende Daniel Schönwitz scheint ein glückliches Händchen zu haben und kann sich zudem von dem Tarinerduo Dirk Hauri und Detlef Strebel wertvolle Tipps holen.
Ich bin der Überzeugung, dass die Frauen aufgrund ihres Potentials ganz weit oben in der Liga mitspielen werden. Es würde mich nicht wundern, wenn mit dem nötigen Spielglück ein weiterer Aufstieg in die Oberliga gelingen würde.


Wie bist du zum Fußball gekommen, hast du selbst einmal Fußball im Verein gespielt?
Aktiv habe ich zu keiner Zeit in einem Fußballverein die Kickschuhe geschnürt. Allerdings war ich seit frühester Kindheit bzw. Jugend ein begeisterter Freizeitkicker. In Karlsruhe Mühlburg aufgewachsen gab es auf dem dortigen Fliederplatz eine feste Gruppierung von Jungs, die sich regelmäig trafen um das runde Leder zu treten. Die Besonderheit auf dem Fliederplatz war die, dass dort eine Reihe von Bäumen standen, um die immer herumgespielt werden musste, bevor man frei zum Schuss kam.
Legendär waren auf dem Fliederplatz auch die "Länderspiele" Deutschland - Türkei, weil bereits in den 70-er Jahren viele türkische Familien in Mühlburg wohnten, zu deren Jungs wir ein tolles Verhältnis hatten.


Wie bist du zum KFV gekommen?
Das ist dem Umstand zu verdanken, dass zwei meiner Söhne, Daniel und Lucas, zu den Spielern gehörten, die sich im Jahr 2017 mit weit über zwanzig  anderen Spielern fanden um gemeinsam eine Männermannschaft innerhalb des KFV aufzustellen.
Mein mittlerer Sohn Philipp, der leider nicht mehr Fußball spielen kann, fungiert dort dort als Betreuer. Und zu guter Letzt gehört auch mein Neffe, Sven Burkhardt, zum aktuellen Spielerkader.


Der KFV hat eine lange, lange Tradition mit einer deutschen Meisterschaft, etlichen Nationalspielern und jede Menge Geschichte - was verbindest du persönlich mit dem KFV?
Wie oben bereits angeführt, bin ich in Karlsruhe-Mühlburg, also unweit des KFV aufgewachsen. Mir waren damals die historische Bedeutung des KFV als Gründungsmitglied des Deutschen Fußball Bundes, die international bekannten Spieler und die Erfolge dieses Vereins überhaupt nicht gegenwärtig. Ich habe die ehemalige Spielstätte an der Telegrafenkaserne allerdings über die Schule kennen gelernt, wenn dort die Bundesjugendspiele oder das ein oder andere Schüler-Fußballturnier ausgericht wurden. Aber schon damals hat mich die gesamte Spielanlage begeistert.


Was ist dir als Vorstandsmitglied wichtig, was möchtest du erreichen? Wo siehst du die größten Herausforderungen?
Die größte Herausforderung ist für mich die, dass der KFV sich wieder fest im Badischen Fußballverband etabliert und in das Bewusstsein der Fußballfans und der übrigen Öffentlichkeit rückt. Dieses Ziel ist alleine mit sich hoffentlich weiterhin einstellenden sportlichen Erfolgen nicht zu erreichen. Das ist für alle Beteiligten alles andere als einfach.
Was uns ernstlich Sorgen bereitet, ist die finanzielle Situation des KFV. Hier hat sich der Vorstand das Ziel gesetzt, den Verein mittelfristig wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen. Das ist ein unbedingtes Muss. Die Finanzierung muss zwingend sehr breit aufgestellt werden. So geht es nicht nur um die Erhöhung der derzeitig noch überschauen Mitgliederzahl als stabile und verlässliche Basis der Finanzierung , sondern auch um zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, wie das sogenannte Crowdfunding, die Inanspruchnahme von möglichen Förderungen und die Durchführung von Veranstaltungen.
Nur so können wir uns in der Zukunft behaupten. Das ist für das "Überleben" des KFV existenziell wichtig.
Die notwendigen Aufgabenfelder wurden hierzu strukturiert zusammengetragen und die Verantwortlichkeiten klar zugewiesen.
Die nächste große Herausforderung ist die, dass der KFV mittelfristig wieder eine eigene Spielstätte sein Eigen nennen darf. Nach dem Verlust des Stadions an der Telegrafenkaserne und dem bekannten Neuanfang im Jahr 2007, war der KFV bei einer Vielzahl von Karlsruher Fußballvereinen als Gast zuhause, aber logischerweise nie wirklich zuhause.
Und dieses erklärte Ziel wird seitens der Verantwortlichen des Vorstandes konsequent verfolgt. Dass dies nicht in nächster Zeit zu schaffens sein wird, muss klar sein. Hier heißt es, einfach beharrlich und konsequent am Ball zu bleiben.


Was machst Du abseits des Fußballplatzes, was kann dich begeistern?
Von Beruf bin ich Polizeivollzugsbeamter und als Referent beim Polizeipräsidium Karlsruhe in der Leitung eines Stabsbereiches im Führungs- und Einsatzstab tätig. In der relativ knapp bemessenen Freizeit halte ich mich durch Laufen und ausgedehnte Spaziergänge körperlich fit, lese gerne, arbeite voller Freude im Garten und fahre leidenschaftlich gerne Motorrad und Fahrrad.

Welchen Klub drückst du, neben dem KFV, die Daumen?
Das ist natürlich der Region geschuldet der KSC, darüber hinaus aus der 1. Bundesliga der BVB.