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Norbert Hess im KFV Legenden-Interview

 

Norbert Hess war zweimal Sportvorstand des KFV von 1985-1987 und 1989-1992.

Dazwischen war er Scout beim großen 1. FC Nürnberg.

Heute ist erwieder Dauergast bei den KFV-Heimspielen und erfreut sich an der positiven Entwicklung des Vereins.

 

Zunächst eine kurze Rückblende…

Herr Hess, Sie waren von 1985-87 und 1989-92 Spielausschussvorsitzender – sprich Sportvorstand – des KFV. Welche Ereignisse fallen in diese Zeit und woran müssen Sie heute noch oft denken?

Zu aller erst einmal der Aufstieg in die Verbandsliga 1991 pünktlich im Jahr unseres 100-jährigen Jubiläums. Noch heute erinnere ich mich aber überhaupt sehr gerne an die gesamte Zeit meiner Tätigkeit. Warum? Es machte einfach riesen Spaß mit einer blutjungen Truppe (anfängliches Durchschnittsalter nicht einmal 21 Jahre) diese sportliche Herausforderung anzugehen und dann auch nach einigen Anläufen mit mehreren Vize-Meisterschaften erfolgreich zu bestehen. Noch heute habe ich zu mehreren Spielern unseres damaligen Kaders regelmäßigen persönlichen Kontakt.

Wie sind Sie zum KFV und diesem Amt gekommen?

Zielsetzung des Vereins war in den Spielzeiten vor 85/86 eigentlich immer der Aufstieg in die höchste Spielklasse, der Verbandsliga Nordbaden. Trotz teilweise immenser finanzieller Anstrengungen (u.a. spielten damals 3 ehemalige Oberliga Spieler beim KFV) blieb der sportliche Erfolg aus. Ja man hatte zweitweise sogar Probleme die Landesliga zu halten. Im Winter des Jahres 1984 kam der Vorstand des Vereins auf mich zu, ob ich nicht Interesse hätte die sportliche Leitung der Senioren zu übernehmen. Nachdem mir die alleinige und volle Verantwortung bei der Kaderplanung als auch der Trainer Verpflichtung zugestanden wurde, sagte ich dann zu. Wir trennten uns von über 20 Spielern und setzten in erster Linie auf die eigene Jugend.

Trugen Sie selbst einmal als Spieler das Trikot des KFV?

Ich war zwar kurz in der A-Jugend des Vereins  unterwegs, allerdings mit geringem Erfolg. Ab Anfang 20 übernahm ich Jugendmannschaften des KFV. Nach der Meisterschaft in der höchsten Amateurklasse (damalige 3. Liga) wurde ich in den Spielausschuss berufen und hatte mit „Größen“ wie Thomas Gubitz, Herbert Durand, Karlheinz Kwolek um nur einige zu nennen zu tun. Leider stiegen wir mit einer von badischen Auswahlspielern und Ex-Profis gespickten Truppe aber ab. Die Mannschaft verlor sich leider in alle Himmelsrichtungen (1. FC Pforzheim, VfB Eppingen, SV Sandhausen). Wir hatten aber schon damals eine super Kameradschaft, sodass wir beschlossen montags immer „zu kicken“. Hartmut Dröse (er schuf das Titelbild des KFV Buches 125 Jahre) erfand einen Namen und wir liefen fortan unter „FC Niemand ´76“ auf. Ich kann mich bis heute nicht erinnern auch nur EIN Spiel verloren zu haben. Da durfte dann auch ich IMMER mitspielen… Während meiner Zeit als Sportlicher Leiter spielte ich (wenn wir nicht gerade mit der 1. Mannschaft unterwegs war ) in der Zweiten (damals Kreisklasse A, heutige Kreisliga).
Ich hatte zwar damals sogar ein Angebot das Management des amtierenden Deutschen Amateur Fußball Meisters zu übernehmen. Aber nur der Profilierung wegen kam das für mich nicht in Frage.

 

Abbildung: Die 1. Mannschaft des KFV im Jahr 1992 mit Norbert Hess in der mittleren Reihe ganz rechts. Dirk Hauri in der hinteren Reihe, der dritte Spieler von links.

 

Was machten Sie nach Ihrer Zeit in der aktiven Rolle des Sportvorstands?

Sportlich nur noch joggen und mehrmals in der Woche ins Fitness Studio zur „körperlichen Ertüchtigung“. Mit Sport, insbesondere Fußball, hatte ich ab diesem Zeitpunkt aktiv wenig zu tun. Mein Sohn Oliver war als Jugendspieler ständig im Kader der Badischen Auswahl und gehörte immer zum DFB Stützpunkt Team und zur Jugend Nationalmannschaft. Er war im  Kader des damaligen Zweitligisten SV Waldhof. Als Senior spielte er dann u.a. nach einer schweren Verletzung auch mal beim KFV und dem SV Sandhausen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt meines Engagement im KFV war die Arbeit mit jungen Menschen. „Da bekommt man keine alten Gedanken“, das ist noch heute mein Leitspruch. Deshalb machte ich mich ab 1991 auf dem Gebiet der Fotografie selbständig. Inzwischen nur noch im Bereich Model-Fotografie. Gebe jedes Jahr Fotokurse auf Mallorca, Ibiza und auch hier im Badischen Raum.

 

Zurück zur Gegenwart…

Wie schätzen Sie die Entwicklung des KFV in den vergangenen Jahren ein?

Vor wenigen Jahren noch blutete mir jeden Montag das Herz wenn ich die Ergebnisse des sonntäglichen Spieltages aus der Zeitung erfuhr. Mehr als einmal empfahl ich den Verein endgültig abzumelden. „Lieber einer Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“. Seit aber D. Hauri und D. Strebel „das Zepter“ schwingen schaue ich mir immer wieder Spiele an. Warum? Da wird nämlich inzwischen sogar wieder Fußball gespielt!

Was würden Sie heute den KFV-Teams und den Verantwortlichen mit auf den Weg geben?

Der KFV wird nicht mehr belächelt und von seinen Gegnern ernst genommen. Ich glaube das negative Image das den Verein seit Gedenken verfolgte ist inzwischen auch abgestreift. Wenn mir jemand vor 2 oder 3 Jahren gesagt hätte, dass ich im Kreise der KFV Familie noch einmal solch eine tolle Veranstaltung erleben würde, wie die Winterfeier im Januar, den hätte ich für verrückt erklärt. Daher: ihr seid auf einem guten Weg. Macht einfach weiter so!

Was macht für Sie der KFV zu einem besonderen Verein?

Der KFV ist der älteste Fußball Verein Süddeutschlands. Im ehemaligen Stadion an der Hertzstraße fand das allererste Länderspiel einer Deutschen Nationalmannschaft (gegen die Schweiz) statt. Der KFV war Deutscher Meister, mehrmaliger Süddeutscher Meister, stellte mehrere Nationalspieler, darunter Gottfried Fuchs, der bis heute mit seinen 10 erzielten Toren gegen Russland 1912 noch immer den Rekord hält, ist also eine Ikone des Fußballs.
Eine Schande was sich die Stadt Karlsruhe mit dem Verein in der Platzfrage nach wie vor erlaubt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Welchem Klub/ welchen Klubs drücken Sie heute neben dem KFV die Daumen?

Dem 1. FC Nürnberg. Da muss man noch „leidensfähiger“ sein, als vielleicht beim KFV. Während meiner 2-jährigen Unterbrechung hier in Karlsruhe (87-89) war ich dort im Scouting (Raum Südwest Deutschland) unterwegs. Mit der Mannschaft spielten wir u.a. im Europapokal bei AS Rom (mit Rudi Völler), gewannen dort 2:1, verloren leider das Rückspiel nach Verlängerung mit 1:3.

Was begeistert Sie abseits des Sports?

Ich konnte wie oben schon erwähnt mein Hobby (Fotografie) letztendlich zum Beruf machen. Dafür bin ich sehr dankbar (www.norberthess.com)